Woche der Demenz in Weidenberg vom 21.09.26 bis 25.09.26

Eine Woche für Erinnerung, Begegnung und Miteinander

Siso-Netz Weidenberg hat eine Woche lang Demenz in den Fokus gestellt – und damit wichtige Akzente gesetzt, um Berührungsängste abzubauen.

Es war eine Woche voller Begegnungen, Informationen, Kunst und Musik: Im Rahmen der siebten Bayerischen Demenzwoche hat Siso-Netz Weidenberg vom 19. bis 25. September zu verschiedenen Veranstaltungen ins Schloss im Garten eingeladen. Die Aktionswoche sollte auch zeigen, dass Demenz mitten in unserer Gesellschaft stattfindet und alle angeht.

Die Veranstaltungen hätten einmal mehr gezeigt, betont Wolfgang Zwing, der bei Siso-Netz unter anderem für Projektbetreuung, Finanzen und Mitgliederverwaltung zuständig ist: „Demenz bedeutet nicht Rückzug aus dem gesellschaftlichen Leben.“ Siso-Netz ist ein soziales Netzwerk, das mit Hilfe von altersgerechten Events, Fahrdiensten, Infoangeboten und vielem mehr die Teilhabe älterer Menschen fördert und dabei von den vier Mitgliedskommunen der VG Weidenberg, dem Markt Weidenberg und den Gemeinden Kirchenpingarten, Seybothenreuth und Emtmannsberg unterstützt wird.

Den Auftakt bildete am Samstag, 19. September, ein Filmnachmittag mit dem berührenden Film „The Father“ mit Anthony Hopkins. Mit rund zehn Besucherinnen und Besuchern war diese Veranstaltung zwar weniger stark besucht als die weiteren Angebote, bot den Anwesenden aber einen eindrucksvollen Einstieg in die Woche und reichlich Gesprächsstoff.

Zum Höhepunkt der Aktionswoche wurde die Vernissage „Kunst, die verbindet“ am Montag, 21. September. Zwei Künstlergruppen präsentierten ihre Arbeiten: Die Gruppe um Susan Frank zeigte Aquarelle, während die Gruppe um Gerta Fiedler Werke in Acryl ausstellte. Insgesamt waren die Arbeiten von zwölf Künstlern mit 56 Werken zu sehen.

Gut 80 Gäste folgten der Einladung zur Eröffnung. Bei Häppchen und einem Glas Sekt kamen sie mit den Kunstschaffenden und miteinander ins Gespräch. Die Begrüßung übernahm der Vorsitzende von SisoNetz, Weidenbergs Bürgermeister Matthias Böhner. Die Ausstellung erwies sich dabei nicht nur als kultureller Höhepunkt, sondern auch als wunderbarer Ort der Begegnung. Sie konnte die gesamte Woche besichtigt werden.

Am Dienstag stand mit der Demenzpartnerschulung ein wichtiges Informationsangebot auf dem Programm. Gut 20 Teilnehmer setzten sich intensiv mit dem Thema Demenz auseinander. Sie eigneten sich durch die Schulung Wissen und Sicherheit für den Umgang mit Menschen mit Demenz an.

Der Donnerstag, 24. September, widmete sich mit einem Vortrag des Paritätischen Wohlfahrtsverbandes zur Elektronischen Patientenakte (EPA) einem weiteren wichtigen Informationsthema. Auch hierbei nutzten die Besucher die Möglichkeit, um viele Fragen zu stellen.

Den Abschluss der Aktionswoche bildete am Freitag, 25. September, ein besonderer musikalischer Nachmittag: Der Gesangverein Liederhort Emtmannsberg gestaltete ein gemeinsames Singen für Menschen mit Demenz und ihre Angehörigen. Denn Musik schafft Erinnerungen, verbindet Menschen und kann gerade für Menschen mit Demenz eine besondere Bedeutung haben. Wolfgang Zwing vom Siso-Netz zieht ein positives Fazit der Demenzwoche: „Begegnung, Kultur, Musik und gemeinsame Erlebnisse können Brücken bauen und Teilhabe ermöglichen.“

Foto und Text: Nordbayerischer Kurier

Vortrag am 24.09.26 zur elektronischen Patientenakte

SisoNetz e. V. hatte am 24.09.2026 von 18:30 bis 20:00 Uhr zu einem Vortrag über die elektronische Patientenakte (ePA) eingeladen. Dem Aufruf folgten zahlreiche interessierte Gemeindemitglieder und so war der Raum im Schloss im Garten mit ca. 20 Personen sehr gut besucht. Frau Claudia Friedel und Frau Alexandra Schuberth vom Paritätischen Wohlfahrtsverband Bayreuth e. V. stellten sehr anschaulich die Möglichkeiten der ePA dar, die im Januar 2025 bundesweit eingeführt wurde. Jeder Bundesbürger kann dort seine Gesundheitsdaten verwalten, sofern er nicht im Vorneherein widersprochen hatte. Der Zugang zur ePA ist sowohl über eine App als auch am PC möglich. Einziges Manko ist der fehlende barrierefreie Zugang. An dieser Herausforderung wird vom Entwickler der App noch gearbeitet. Die ePA bietet unter anderem Zugriff auf Diagnosen, Medikationspläne, Abrechnungsdaten und E-Rezepte. Welcher Arzt auf welche Dokumente zugreifen darf, kann vom Patienten selbst bestimmt werden, d.h. sensible und stigmatisierende Daten können gelöscht oder verborgen werden. Der Zugriff auf die ePA wird durch Stecken der Gesundheitskarte gewährt. Im Anschluss an den Vortrag beantworteten Frau Riedel und Frau Schuberth noch Fragen zum Thema ePA. Insgesamt bot der Vortrag eine umfassenden Überblick über die Möglichkeiten der elektronischen Patientenakte.

Das interessierte Publikum – Fotos: Marion Heller
v. l. n. r.: Alexandra Schuberth, Claudia Friedel: Paritätischer Wohlfahrtsverband; Elisabeth Dietzel: SisoNetz