Früher wurde auf dem Land das tägliche Brot selbst gebacken, aber nur alle 4 Wochen. Größere Bauernhöfe hatten eigene Backöfen, aber oft gab es in kleinen Ortschaften auch Backöfen, die alle Dorfbewohner nutzen konnten. Brotbacken war sehr zeitintensiv. Der Teig wurde ohne technische Hilfsmittel mit der Hand geknetet und der Ofen mit Holz geheizt.

Am Mittwoch, 13. Mai 2026 war SiSo erneut zu Gast in der Lernwerkstatt des Bezirks Oberfranken in der Adolf-Wächter-Straße 17 in Bayreuth. Frau Miehe und Herr Kempf von der Lernwerkstatt hatten bereits in den Vormittagsstunden eine Riesenmenge Sauerteig mit den entsprechenden Gewürzen zubereitet und den historischen Holzbackofen angeschürt.
Zunächst mussten die Brandrückstände im Backofen wieder entfernt werden und der Ofen abkühlen.



Bei einer Temperatur auf ca. 250 Grad konnten dann die von den Teilnehmerinnen und Teilnehmern geformten Brotlaibe „eingeschossen“ werden. Die Backzeit dauert etwa eine Dreiviertelstunde. Während dieser Zeit durften sich alle bei selbstgebackenen Kuchen und Torten stärken.
Nachdem die Backzeit vorüber war, duftete es in der Nähe des Backofens recht verführerisch. Die gebackenen Brotlaibe wurden mit Hilfe eines hölzernen Backschiebers aus dem Ofen geholt. Noch vor Ort konnten alle ein Stück Brot probieren. Die noch warmen Brotlaibe wurden jeder Teilnehmerin und jedem Teilnehmer von Frau Hiehe und Herrn Kempf in einer Stofftasche mit nach Hause gegeben.


Der Ofen im Museum für bäuerliche Arbeitsgeräte ist voll funktionsfähig und stammt aus dem Jahr 1830. In ihm können gleichzeitig etwa 30 Brotlaibe gebacken werden. Um die notwendige Hitze zum Backen zu erreichen, musste der Ofen mit 30 – 40 jeweils einen Meter langen Holzscheiten befeuert werden. Nach etwa drei Stunde ist das Holz heruntergebrannt. Dann wird mit dem Aschekratzer die Glut aus dem Ofen geholt und der Ofenraum ausgekehrt. Anschließend muss man etwa eine Stunde warten, bis sich die Hitze gleichmäßig verteilt hat, dann wird das Brot bei ca. 270 Grad zum Backen in den Ofen „eingeschossen“. Wir haben Laibe zu 900 g gebacken, die haben bei dieser Temperatur etwa 45 Minuten gebraucht.
In Oberfranken wurde vor allem Roggen angebaut, Weizen wurde nur für besondere Gebäcke an Feiertagen verwendet. Das typische Bauernbrot besteht deswegen aus einem großen Roggenanteil. Typisch ist auch die Verwendung von Gewürzen im Brot. Beliebt sind Anis, Fenchel, Kümmel und Koriander – alles Gewürze, die den Geschmack heben, aber gleichzeitig gut für den Magen sind. Auch Brotklee, der vor allem in Österreich und Südtirol verbreitet ist, bringt einen guten Geschmack ins Brot.
